DER TV ALTLÜNEN 1956 e.V.

Die Geschichte eines Tennisvereins

Von den Anfängen bis heute

Von Renate Große Wiesmann – TVA-Mitglied seit 1964


Zehn Jahre nach Ende des Krieges reifte in Lüner Köpfen die Idee, für Erwachsene und besonders für die Jugend einen Tennisverein zu gründen, in dem Breiten- und auch Leistungssport mit den Werten des Vereinslebens die Freizeit gestalten helfen sollte. Unternehmer der Gemeinde Altlünen trafen sich mit den politischen Spitzen vom Amt Bork am 12. 12. 1955 zu einem Kontakt- und Planungsgespräch. Nach mehreren vorherigen Treffen wurde dann bei der Gründungsversammlung im „ Haus Otto“ in Altlünen, am 29. Mai 1956, unser Verein ´geboren´! 1. Vorsitzender Bergass. Otto Stalmann, 2. Vorsitzender / Schriftführer Dr. Theermann, Kassenwart Karl Müller, Sportwarte Dieter Heers und Wulf Rösler. Das Freigelände am Cappenberger See wurde zum idealen Platz für den Tennisverein Altlünen 1956 e.V. – kurz: TVA

Tennis beim TV Altlünen in den 1950er Jahren

Mit einer kontinuierlich wachsenden Mitgliederzahl, mit ständiger Veränderung, Vergrößerung und Verschönerung der Anlage, mit zuerst kleinen familiären Freundschaftsturnieren bis hin zum über die Landesgrenzen bekannten Internationalen Pfingst-Pokalturnier, mit Feiern aller Art, mit ´Spiel und Spaß´ für die gesamte Tennisfamilie ist der TVA am Vogelsberg für mehrere Generationen eine Heimat für Freunde dieser Sportart geworden – und das nun schon seit über 64 Jahren.

Ein ausrangiertes Kassenhäuschen des Freibades „Cappenberger See“ war in den Anfängen Damen-Umkleideraum; den Herren stand eine kleine Baracke zur Verfügung – mit Blechwaschbecken und kaltem Wasser. Am 1. Mai 1963 konnte endlich das lang ersehnte erste Clubhaus eingeweiht werden – gefeiert wurde bis in die Nacht. Die immer größer werdende Mitgliederzahl machte im Juni 1974 eine Clubhaus-Erweiterung notwendig. Viele Jahre später – 1997 – wurde wieder verändert, verbessert und erweitert; größere Küche, schönerer Eingang. Schon nach weiteren drei Jahren – 2000 – wurden erneut gute Ideen umgesetzt: Große gläserne Terrassentüren, Entfernung der dunklen morschen Holzverkleidung im Inneren, neue Decken- und Wandbeleuchtung. Nach vielen turbulenten, auch kontrovers geführten Sitzungen in den folgenden Jahren stimmten dann im Januar 2005 alle einer akzeptablen Lösung für eine erneute Clubhaus-Veränderung zu. Wir hatten jetzt 335 Mitglieder. Am 23. April 2005, nach dreimonatiger Bauzeit, konnte das nun vergrößerte, auch modernere, hellere und schönere Clubhaus wieder genutzt werden.

 erstes Klubhaus des TV Altlünen

Seit Bestehen des Vereins haben viele unterschiedlichste Personen für unser leibliches Wohl gesorgt. In den 60er Jahren beschränkte sich das Angebot nur auf leichte Getränke; Alkohol war strikt verboten. Als es im neuen Clubhaus 1963 eine 6,8 qm kleine Küche gab, konnte man zwischen belegten Brötchen und kleinen Gerichten wählen. Ab 1974 bis Oktober 1981 zauberten drei „Goldstücke“ Leckeres und Köstlichkeiten. Im Laufe der folgenden Jahre lernten wir andere nette Menschen kennen, die uns nach den Spielen mit Getränken und kleinen Gerichten wieder Kraft gaben. Ab 1992 waren Feiern im Clubhaus begehrt; das kalt-warme Buffet lobten alle noch viele Jahre später. Als 1997 auch die Küchengröße der Zahl der Mitglieder angepasst wurde, gab es bald eine richtige Speisenkarte. Nach weiteren personellen Veränderungen mussten auch wir dem Ruf der Zeit folgen und wurden „öffentlich“. Ab 2000 waren Mitglieder und Gäste 9 Jahre lang voll des Lobes für unseren „Chef-Koch“. Wieder gab es Veränderungen. Kurzzeitig war unser Clubhaus sogar ein „Flammkuchen-Haus“. Seit 2016 lädt Gino Mandala in die »Pizzeria La Taverna« ein. Von seinem Engagement sind alle begeistert! Um an Turniertagen die Anzahl der auf unserer Anlage spielenden Mannschaften rechtzeitig und gut bewirten zu können, mussten alle Clubwirte ihr ´Handwerk´ beherrschen. Zuerst schlicht, meist zünftig, auch farbenfroh oder festlich elegant, jetzt schick und sehr gemütlich haben wir unser Vereinshaus schon erlebt. Immer konnte man die Handschrift der jeweiligen Wirte und ihr Bemühen erkennen: Alle sollten sich im TVA wohlfühlen!

neue Terrasse seit 2017

Im August 1956 wurde auf den ersten zwei Plätzen – heutige Nr. 3 und 4 – der Spielbetrieb aufgenommen. Im Juni 1958 baute man weitere Plätze, jetzt Nr. 5 und 6! Weiße Bänke zimmerte ein Zechenschreiner. 1965 konnte eine 2,50 m hohe Trainerwand errichtet werden. Zum 15jährigen Vereinsjubiläum – 1971 – wurden die heutigen Plätze Nr.1 und 2 und eine kleine Zuschauertribüne rechtzeitig fertig. Nun hatte auch der TVA einen „Center Court“! Weil die Anlage ´aus allen Nähten platzte´, wurden 1978 die Plätze 7 und 8 gebaut. Seit 1990 gibt es vor Platz 1 eine neue, größere Zuschauertribüne. Vom erhöhten Sitzplatz aus hat man eine gute Sicht auf das Spielgeschehen. Zwischen Platz 5 und 6 wurde 2002 der >Hofring-Weg< angelegt – eine enorme Verbesserung für die Zuschauer. Seit 2012 kann zur Freude der Mitglieder auf den Ascheplätzen vor der Clubhausterrasse jetzt ganzjährig gespielt werden – sie wurden in „Tennis-Force-Plätze“ umgewandelt. Im Jahre 2016 wurde – auf der Rasenfläche vor der großen Kastanie – ein schöner Biergarten angelegt. Hier lassen sich Mitglieder und Gäste mit Speisen und Getränken verwöhnen. Der schmale Gang vor den Plätzen 7 und 8 konnte 2018 zu einer Terrasse erweitert werden, um auch hier spannende Spiele auf neuen Bänken verfolgen zu können. Regengüsse können den Plätzen und dem Spielverlauf nicht mehr groß schaden. Seit 2018 sind alle acht vollständig saniert und mit neuen Drainagen ausgestattet. Und die seit 2019 moderne automatische Bewässerungsanlage mit einem 10.000 Liter Tank hilft dem Platzwart – wenn notwendig auch nachts – bei der richtigen Pflege der Plätze. Die dafür auch notwendige große Motorwalze wartet im für sie neu gebauten Holzhäuschen vor dem Kinderspielplatz auf ihren Einsatz.

Alle diese Baumaßnahmen – große wie auch kleinere – haben die Vereinskasse finanziell belastet. Vieles ist nur durch die selbstverständliche und immer abrufbare Hilfsbereitschaft einer Gruppe von Mitgliedern möglich gewesen. Tagelang – oft Wochen – haben Spielerinnen und Spieler ihre Freizeit auf der Anlage verbracht und bis an ihre Grenzen geschuftet. Immer konnte sich der jeweilige Vorstand auf diese Helfer verlassen.

Von den vielen Vorstandsvorsitzenden, die in all´ den zurückliegenden Jahren ihr Amt mit ganz viel Engagement, mit Herzblut, mit Sachverstand und Einsatz an Kraft und Freizeit ausgeübt haben, sollen hier nur die langjährig Tätigen besonders erwähnt werden. Allen voran unser 1. Vorsitzender Bergass. Otto Stalmann, der unseren Verein gründete und von 1956 bis 1964 durch die ersten sehr schwierigen Jahre führte. Besonders sein Andenken wird am Vogelsberg immer in Ehren gehalten! – Auf die Vorsitzenden Karl Fabian, Helmut Gück (er wurde später für 14jährige Vorstandsarbeit zum Ehrenmitglied ernannt) und Dr. Günther Thiemann folgte im Jahre 1973 Dr. Jürgen Helbig. Viele positive Veränderungen, baulicher wie sportlicher Art, zeichneten seine Ära aus. Bei seiner Verabschiedung wurde von allen Mitgliedern viel Lob und Dank ausgedrückt. Im Jahre 1983 übernahm Wolf Stichmann den Vorsitz. Er leistete souveräne Führungsarbeit. Mit Verantwortungsbewusstsein und Weitblick beeinflusste er den Verein positiv, stellte Weichen für die Zukunft. Als er nach 11 Jahren sein Amt abgeben wollte und für viele seine Fußstapfen zu groß schienen, „rettete“ uns seine Frau Barbara Stichmann vor „Kopflosigkeit“. Sie übernahm nach 6jähriger Jugendarbeit 1994 für zwei Jahre den Vorsitz. Ihr Nachfolger, Dr. Schulte-Strahthaus, musste wegen schwerer Erkrankung Anfang 1998 sein Amt niederlegen. Peter Kiewitt trat an seine Stelle. Bis ins Jahr 2009 gelangen ihm und seinen Helfern große, weitreichende und positive Veränderungen am Vogelsberg. Er war ein „Macher“ – mit Leib und Seele dabei; packte mit an, wo seine Kenntnisse gefragt waren. Nach 12 Jahren an der Spitze des TVA sind wir Mitglieder ihm zu großem Dank verpflichtet. Nun folgten Rudolf Miczynski, Henning Weber (berufliche Veränderungen zwangen zur Absage) und – seit 2015 – Frank Kittel. Ihm und seiner Vorstandsriege ist es gelungen, das besondere, weil Jubiläumsjahr 2016 zu einem gelungenen, nachhaltigen und auch fröhlichen Fest zu gestalten! Für die Zukunft ist es allen eine Herzensangelegenheit, das Miteinander von Jungen und Alten, von langjährigen und neuen Mitgliedern fortleben zu lassen und diese Gemeinschaft zu stärken.

Der Tennisverein Altlünen e. V. ist nicht nur im Umkreis, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt und beliebt. Aber der Reihe nach! Nach dem 1. kleinen Freundschaftsturnier gegen Blau-Weiß Werne luden die Sportwarte am 17. Mai 1959 zum 1. Pfingst-Pokal-Turnier ein. Mannschaften aus der Umgebung kämpften um einen Pokal und um Urkunden. Innerhalb des Vereins bildeten sich dann erste Damen- und Herrenmannschaften – Poensgen und Meden genannt. Im Laufe der Jahre formierten sich immer mehr Mannschaften. 1995 schafften unsere Senioren 60+ zum 1. Mal den Aufstieg in die Oberliga. Im Jahre 2003 z.B. kämpften in der 3. Bezirksklasse, der 2. und 1. BK, in der Bezirksliga und Verbandsliga, sogar in Westfalenliga und Oberliga 14 Mannschaften. Bei den jährlichen Stadtmeisterschaften gelang vielen TVA-Mitgliedern der Titel – jahrelang! Jugendliche wurden Bezirks- und Kreismeister; die Herren 65+ sogar Vize-Westfalenmeister. Mehrere Pokale für die beste Lüner Jugendmannschaft oder den erfolgreichsten Verein schmücken unser Clubhaus. Einige Beispiele aus dem jährlichen Spielgeschehen: Den älteren Damen gelang zweimal der Aufstieg in Folge – 2012 waren sie zurück in der schon früher 10 Jahre lang gespielten Verbandsliga. Am Ende dieser Saison wurden sie sogar Bezirksmeister. Kreismeister in 2014 wurden die Junioren U15. Bei den Mixed-Turnieren in Alstedde standen unsere Vertreter oft auf dem ´Treppchen´. Und beim so beliebten LSV-Senioren-Cup – seit 1992 ununterbrochen – gelang uns jahrelang der zweite Rang, dreimal schon der Sieg! Auch im August 2014 kletterten wir wieder an die Spitze. Im September dieses Jahres wurde uns vom Stadtsportbund zum 2. Mal der Wanderpokal für den erfolgreichsten Verein bei Stadtmeisterschaften überreicht.— Unbestritten der wichtigste und nachhaltigste Wettbewerb und Höhepunkt einer jeden Tennissaison aber war – bis 2009 – unser großes ´Internationale Pfingst-Pokal-Turnier´- 50 Jahre lang. Diese Erfolgsgeschichte (Infos auf dieser Website unter „Turniere im TVA“) machte uns in ganz Westfalen bekannt und brachte uns beim WTV viel Anerkennung und Lob ein. Wieder über die Grenzen unserer Stadt hinaus beachtet wurden zwei Benefiz-Turniere in den Jahren 2013 und 2016. Nach der Idee unseres Mitgliedes Dr. Donat Romann und unter der Schirmherrschaft vom WTV-Präsidenten Robert Hampe wurde „Tennis gegen Brustkrebs“ ein voller Erfolg. Von Besuchern, von der täglichen Presse und sogar im WDR-Programm kamen begeisterte Kommentare. Folgerichtig kletterte bei der Aktion des WTV „Verein des Jahres“ unser kleiner Verein in 2014 auf einen beachtlichen 5. Rang. Weitere große Veranstaltungen – Bezirksmeisterschaften (2014, 2015, 2016) / Jugend- und Erwachsenen Stadtmeisterschaften / Master-Turniere des Tennis Bezirk Ruhr-Lippe (Ruhr-Lippe-Senior-Trophy 2017, 2018) und auch kleinere Turniere wie die „Tennis-Touristen“ (2016, 2017, 2018, 2019) auf der Anlage am Vogelsberg waren geschätzte Publikumsmagnete. Aber auch im normalen Spiel- und Turnierbetrieb sind unsere TVA-Mannschaften erfolgreich. Seit mehreren Jahren schon spielen die Herren 65+ in der Verbandsliga. Und die Herren 30 machten es ihnen im Jahre 2017 nach und konnten 2018 die Liga mit dem zweiten Tabellenplatz halten.

Für das neue Jahrzehnt wünschen wir uns für alle Unternehmungen viel Erfolg, besonders an den Turniertagen einen gnädigen Wettergott und allen Mitgliedern weiterhin viel Freude an unserem wunderschönen Sport.

Fortsetzung folgt….