Interclubrunde 2015

Am heutigen Montag (11. Mai 2015) startet beim TV Altlünen die Interclubrunde 2015. Was es genau damit auf sich hat und wie die Interclubrunde funktioniert verrät der folgende Beitrag…



Trainern und Jugendbetreuern stellen sich immer wieder zwei kardinale Fragen: Erstens: Wie kriege ich die Jugendlichen auch außerhalb der eigentlichen Trainingsstunde auf die Anlage? Zweitens: Wie können wir den Jugendlichen mehr Spielpraxis geben? Nun, auf beide Fragen gibt Tennislehrer Christoph Kellermann die passende Antwort: ‚Interclubrunde‚! Hinter diesem Begriff verbirgt sich nichts anderes, als eine Art organisiertes und betreutes Spiel…

IMG_6888

Christoph Kellermann freut sich auf die Premiere der Interclubrunde beim Tennisverein Altlünen und jede Menge Verabredungen!


So funktioniert die Interclubrunde:

Bei der Interclubrunde (IC) geht es darum, dass sich die Jugendlichen innerhalb der ’normalen Stundenregelung‘, sprich: der regulären Platzbelegung im Verein, untereinander verabreden können, um mindestens einen Satz auszuspielen. Erlaubt sind Einzel und Doppel. Die Resultate dieser IC-Matches werden auf einem extra für diesen Wettbewerb gestalteten Ergebniszettel notiert, von allen am Match beteiligten Spielerinnen und Spielern unterschrieben und dem Cheftrainer unverzüglich persönlich zu übergeben oder in den auf der Tennisanlage angebrachten IC-Briefkasten zu werfen. Der Cheftrainer wertet die eingereichten Resultate am Ende jedes Arbeitstages aus, eine mit Microsoft Excel angefertigte Tabelle rechnet den aktuellen Stand nach Eingabe der gespielten Ergebnisse schnell um, so dass bereits am Folgetag die aktuelle clubinterne Computer-Jugendrangliste im Web veröffentlicht werden kann.


Zu Beginn braucht jeder Jugendliche eine Klassierung!

Damit die erzielten Ergebnisse auch eine realistische Wertigkeit bekommen, bedarf es vor dem Start der Interclubrunde einer Klassifizierung. Der Cheftrainer kennt den Leistungsstand seiner Jugendlichen am besten, also vergibt er zu Saisonbeginn jedem an der IC-Runde teilnehmenden Jugendlichen eine so genannte ‚Klassierung‘. Der stärkste Jugendliche bekommt die Klassierung 100, ein fortgeschrittener Anfänger logischerweise eher die Klassierung 10 – schließlich muss es einen Unterschied machen, ob man mit der Nummer eins des Vereins einen erfahrenen Könner besiegt oder einen gerade mal Fortgeschrittenen oder gar Anfänger. Für jeden gewonnenen Satz erhält der Sieger die Klassierung des Gegners in Form von so genannten ‚IC-Punkten‘ gut geschrieben. Im Doppel werden die Klassierungen der unterlegenen Gegner addiert und unter den Siegern zu gleichen Teilen aufgeteilt. Einen Punktabzug bekommt man im Falle einer Niederlage nicht. Man kann also nur gewinnen, zumal allen an der Partie beteiligten Aktiven pro Satz ein ‚Match‘ gutgeschrieben wird. Neben den drei Klassenbesten wird nämlich am Saisonende auch noch der ‚Matchfleißigste‘ mit einem Pokal und einem Sachpreis geehrt.


Welche Jugendlichen werden für die IC-Runde zugelassen?

Alle Kinder und Jugendlichen der Jahrgänge U12 bis U18, die in der Lage sind, ein Match auf dem Großfeld zu spielen, werden zugelassen bzw. zu Beginn der Saison einklassiert. Einzige Voraussetzungen: die Beherrschung der Zählweise sowie ein Aufschlag von oben. Nach Zuweisung der Klassierungen kann die IC-Runde schon beginnen. Nachdem sich die Kids beim Trainer mit ‚IC-Zetteln‘ eingedeckt haben, können die Matches beginnen. Pro Match muss ein vollständiger Satz bis 6 gespielt werden, bei 6:6 entscheidet der Tie-Break. ‚Angefangene‘ Matches müssen zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt und beendet werden. Jeder gespielte Satz wird als ein Match gewertet und landet auf der habenseite aller am Spiel Beteiligten..


Wechselnde Gegner…

Damit sich nicht ständig dieselben Leute miteinander verabreden, werden maximal vier Sätze innerhalb von einer Woche gegen ein und denselben Spieler für die Rangliste gewertet. Sinn der Sache ist es ja schließlich, dass die Kinder und Jugendlichen in Sachen Kontaktaufnahme vereinsintern möglichst weite Kreise ziehen. Hierbei ist es erfahrungsgemäß erstaunlich zu sehen, wer sich plötzlich mit wem verabredet. Nicht selten ist es so, dass sich die Spieler aus der Leistungsspitze des Vereins mit einem Fortgeschrittenen verabreden, um fleißig Punkte zu sammeln. Unter normalen Umständen würde es zu solchen Verabredungen wohl eher nicht kommen. Übrigens: Drücken gilt nicht! Wer sich nicht innerhalb von einer Woche einer Forderung stellt, bekommt vom Trainer einen deftigen Punktabzug in Höhe der eigenen Klassierung. Ausnahme sind selbstverständlich Krankheit und Urlaub.


Großer Bahnhof für die Besten und Fleißigsten…

Die Siegerehrung verdient einen würdigen Rahmen. Traditionell wird die Ehrung der IC-Sieger und des Matchfleißigsten im Rahmen der Nikolaus-/Weihnachtsfeier im Vereinshaus durchgeführt. Dort sind in der Regel alle Jugendlichen und vor allem deren Eltern anwesend. Ausgezeichnet werden jeweils die drei Besten jeder Konkurrenz, sowie der Matchfleißigste, der Konkurrenzübergreifend ermittelt wird. Mit der Übergabe der vielen Pokale, Sachpreise und Urkunden wird die Interclubrunde dann endgültig abgeschlossen.


Verständnis der Erwachsenen vorausgesetzt…

Wer allerdings glaubt, die gesamte Konzeption der IC-Runde wäre ein reiner Selbstläufer, der irrt. Für den Cheftrainer bedeutet die Betreuung der IC-Runde einen nicht zu unterschätzenden täglichen Mehraufwand, da alle Ergebniszettel am Abend kontrolliert und in die Ranglisten eingespeist werden müssen. Nicht selten gehen da schon mal 45 bis 60 Minuten drauf. Auch die Erwachsenen im Verein müssen sich mitunter ein wenig in Geduld übern, wenn sie sich plötzlich einer voll belegten Tennisanlage gegenüber sehen. Aber das ist dann doch wohl eher ein Luxusproblem, denn was gibt es Schöneres, als jede Menge begeisterte und motivierte Kinder auf den Plätzen?!.


Konzept und Idee: Christoph Kellermann, C- & B-Lizenztrainer des Deutschen Tennis-Bundes (DTB), ehemaliger Bundestrainer für Rollstuhl-Tennis und aktueller Cheftrainer Jugend und Leistungssport beim Tennisverein Altlünen. Sportjournalist und Betreiber des Internetportals TWEENER.de