Erinnerungen Teil 3

Altlünen – Im dritten und letzten Teil ihrer Erinnerungen blickt Renate Große Wiesmann (Beitragsbild) zurück auf die zahlreichen Klubwirte des TV Altlünen.

Clubhausbewirtung seit 1956

„Kannst Du noch einmal Deine grauen Zellen aktivieren und Dich erinnern, wer seit 1956 für unser leibliches Wohl gesorgt hat?“ bat neulich Pressewart Dirk. Klar, kann ich! „Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen“, sagt ein Sprichwort. Gut, dass ich nun auf meine Notizen zurückgreifen kann! —

Wie viele kleinere, größere, fröhliche, auch leise, sogar ausgelassene, turbulente und großartige Feiern haben wir in unserem Clubhaus schon erlebt! Da gab es spontane Feiern nach einem siegreichen Turnierwochenende oder dem endlich geglückten Aufstieg; lange geplante Feiern anlässlich eines runden Geburtstages. Auch regelmäßige Treffen mit Mannschaftskollegen, Weihnachtsfeiern, Nikolausabende und gemeinsames Kinderbacken für´s Christkind, ´Bayerische Abende´ oder auch Sylvesterpartys – immer haben sich Mitglieder und Gäste in unserem Clubhaus wohlgefühlt und die gemeinsamen Stunden genossen. Und immer waren dafür auch die Menschen verantwortlich, die hinter der Theke und in der Küche für unser leibliches Wohl gesorgt haben.

Ganz früher – im August 1956 – war unser Platzwart Herr Ebert dafür zuständig, dass Spielerinnen und Spieler nach dem Sport alkoholfreie Getränke kaufen konnten. Er wohnte im Sommer im früheren Bademeisterhäuschen östlich hinter dem heutigen Platz 4. Als dann – endlich – im Jahre 1963 unser 1. Clubhaus gebaut wurde, übernahm Ehepaar Habig unsere Betreuung: Er pflegte die Anlage und übernahm die Hausverwaltung (sein Domizil war im Sommer die heutige Turnierleitung); seine Frau verkaufte Getränke nur am Schalter. Auf diese beiden folgten im Jahre 1964 Ehepaar Gehrmann und 1966 Ehepaar Schmidt.

Ehepaar Gehrmann

Letztere reichten zum 10jährigen Vereinsjubiläum – die Vereinsmeisterschaft begann mit dem Aufziehen der grün-weißen Vereinsfahne – im Clubhaus einen herzhaften Eintopf. Die große Feier am Abend fand im ´Hotel Kreuzkamp´ statt. — 1967 war Herr Amelunxen unser Platzwart und hatte immer Gekühltes gegen den Durst vorrätig. — Nach diesen häufigen Wechseln lernten wir 1968 Frau Freywald kennen. Ihre Tochter Ute war eine hervorragende Tennisspielerin und gewann in den Jahren 1967 und 1968 beim Pfingst-Pokal-Turnier für unseren Verein das Damen-Einzel. „Mutter Freywald“, eine liebenswerte, gemütliche Frau, sorgte mit belegten Broten, kleinen Snacks und Getränken für unser leibliches Wohl. Ihr Stammplatz war ein Stuhl vor dem Clubhaus, von dem aus sie das sportliche Geschehen und uns immer im Blick hatte. — Im April 1972 kam Ehepaar Heinrich zum TVA: Er als Platzwart, sie sorgte für Bewirtung und saubere Räume. —- Frau Boxhammer – 1973 – schied nach kurzer Zeit wieder aus. Zum Glück blieb uns Willi Höhm, TVA-Mitglied, als Thekenchef erhalten und zauberte den von allen so begehrten „Himbärnsaft!“ Willi, gleichzeitig Barbesitzer in Lünen und Leiter des Jagdbläser-Chores, war ein Unikum, ein sehr geselliger Mensch und immer zu humorigen Plaudereien aufgelegt. (Ich erinnere mich gern an eine warme Sommernacht, als wir im kleinen Kreis vor dem Clubhaus die Zeit vergaßen und Willi uns und dem klaren Vollmond auf seinem Jagdhorn sehr kraftvoll ein Solo brachte. Ein musikalischer Hochgenuss – unvergessen!) —-

Als im Jahre 1974 unser Clubhaus um den heute zweiten Raum (zur Straße hin) erweitert wurde, traten Heidi und Horst Schittek in unser Leben, begleitet und unterstützt durch „Mütti„. Welche „Goldstücke“ jetzt für unser Wohl zuständig waren, begriffen alle schnell. Freundlich, kompetent und bis spät abends bereit zauberten sie Köstliches. Wie Heidi in der nur 6,80 qm kleinen Küche für uns im vollbesetzten Clubhaus einmal 108 Forellen braten konnte, ist mir bis heute ein Rätsel geblieben. Und „Mütti“ bleibt unseren Kindern in Erinnerung, weil sie oft den Kleinsten heimlich ein Eis am Stil zusteckte. „Dem Saison, dem hat es zerrissen, dem Saison, dem ist jetzt vorbei! Wir finden das äußerst beschissen….“ dichtete Helga Lehman in ihrer unnachahmlichen Art, als wir beim Abschied von H+H+M im Oktober 1981 bittere Tränen weinten. ….

H+H+M

Wieder mussten wir uns auf eine andere Bewirtung einstellen. Ehepaar Klinger hielt aber nur von Mai 1982 bis zum 23. August 1983 durch und verabschiedete sich in einer „Nacht und Nebelaktion“ vom TVA. — Monika Kameier und Renate Hüser „retteten“ uns mitten in der Saison 1983 und garantierten einen reibungslosen Theken- und Küchenbetrieb. Noch heute schwärmen viele von ihren bunten, köstlichen Salaten! Zwei Jahre lang gaben beide ihr Bestes; und von den Einnahmen aus dem Jahre 1984 spendierten sie dem TVA 700,- DM, damit ein runder Stehtisch für den großen Raum angeschafft werden konnte. Eine tolle und sehr großzügige Geste! — Im Jahre 1985 half Ehepaar Wisse im Clubhaus aus, wurde aber schon zu Beginn d. J. 1986 wieder von Monika und Klaus Kameier abgelöst. Gemeinsam mit Freund Ditz Fölger, der in diesen Jahren als Vergnügungswart fungierte, brachten sie das Clubhaus manchmal zum Beben. Unvergessen die Aufstiegsfeier der 1. Damen in die Oberliga der WTV Sommerrunde! — Ehepaar Stadermann folgte 1988, ehe wir mit Inge und Manfred Schabram – 1989 – wieder zwei sehr sympathische Menschen fanden, die gekonnt und immer freundlich Mitglieder und Mannschaften versorgten. Drei Jahre lang konnten wir mit unseren Wünschen zu ihnen kommen und fühlten uns immer gut betreut. —-

Inge und Manfred Schabram

1992 trat Ehepaar Warkowsky ihre Nachfolge an. Sohn Günther unterstützte seine Eltern Renate und Heinz, wann immer es nötig war. Renate „hatte es echt drauf“ – zauberte kalt-warme Buffets – so vielfältig, schmackhaft und kunstvoll – dass die Profis gestaunt hätten. In ihre Zeit fiel auch die Vergrößerung der Küche um den Bereich der Herren-Toilette, die danach – im veränderten Eingangsbereich – neu gebaut wurde. Beide packten mit an und schrubbten und polierten, bis alles vor Sauberkeit blitzte. Ihre Fondue- und Forellen-Essen, die Buffets zu runden Geburtstagen und die reichhaltigen Frühstücksangebote am Pfingstmontag, vor dem gemeinsamen Aufräumen, bleiben in Erinnerung! —

Renate und Heinz Warkowsky

Weil Renate und Heinz für das nächste Jahr nicht mehr zur Verfügung standen, sprangen zum Glück Berti und Theo Möllmann 1999 ein. Sie wollten, obwohl beide in ihrem Bäckereibetrieb voll tätig waren, den Verein nicht im Stich lassen. Berti in der Küche, Theo am Tresen – hier wussten sie zu überzeugen. Und Theo´s Cocktail-Stunden auf der sonnigen Terrasse, mit den leckersten und unterschiedlichsten Spezialitäten, waren Geschmackserlebnisse – noch heute im Gedächtnis und auf der Zunge. —-

Berti und Theo Möllmann

Im Jahre 2000 ging auch der TVA in ein neues Zeitalter. Im nun modernen, hellen Clubhaus – mit weißen Wänden und lichtdekorierten Decken – konnte sich unser neuer Clubwirt Lars Müller, gelernter Koch, so einrichten, dass das „Lars´ Bistro“ seinen Wünschen entsprach. Seine Frau Hatice verlor selbst im größten Stress nie ihre Freundlichkeit und Ruhe. Gudrun Fabian durfte mit der Feier zu ihrem 80. Geburtstag das neue Clubhaus einweihen und Lars begeisterte mit einem italienischen Buffet. Schon fünf Jahre später – 2005 – konnte nach nur 3-monatiger Bauzeit die erneute Vergrößerung des Clubraumes um einen hinteren Teil (zum Parkplatz hin), die Vergrößerung der Küche und der Anbau eines Vorratsraumes gefeiert werden. „Wir sind ab jetzt öffentlich und haben sogar eine richtige „Speisenkarte“! gab Lars bekannt. Beim Pfingstturnier konnte man vor dem extra für unser Clubhaus vom Lüner Künstlerkoch Franz Lauter gemalten Bild ein wenig Wimbledon-Atmosphäre schnuppern: Frische Erdbeeren auf Quark wurden der Renner! Und auch bei anderen Gelegenheiten wusste Lars zu begeistern: beim ´Spanischen Abend´, bei der ´Italienischen Nacht´, beim Nikolausfest, bei Weihnachtsfeiern, beim Muschel- oder beim Gänseessen – immer zeigte sich sein Können! Als beide im Jahre 2009 dem Ruf nach Dortmund an einen größeren Club folgten, waren wir alle zutiefst enttäuscht. —

Lars und Hatice

Nun fragte Diana Heisig an. Sie wohnt am Vogelsberg und kannte unseren Verein gut. Zusammen mit ihrem Mann Wolfgang und dem Spitzenkoch Herrn Gerdes wollte Diana 2009 in unserem Clubhaus eine eigene, feine Adresse aufbauen – mit elegant gedeckten Tischen, ausgewählten Speisen und vielen Gelegenheiten für festliche Abende. Als sie nach 2 Jahren die Möglichkeit hatte, an der Münsterstraße in Lünen ein Restaurant zu übernehmen, wagte sie diesen Schritt.

Diana und Wolfgang Heisig

Im Jahr 2011 hatten dann Alina und Janusz Kempa ein kurzes Gastspiel in Altlünen. Lars Müller und Hatice Aras kehrten 2012 an den Vogelsberg zurück -und verwöhnten uns drei weitere Jahre. Dann fand Lars eine vom Arbeitsablauf her passendere Anstellung in Lünens Mitte (Tochter Sophia geht hier zur Schule) und machte den Weg frei für Ehepaar Brekelmann. Ab 2014 waren sie für die Bewirtung zuständig – hatten sich aber leider nur auf Flammkuchen spezialisiert. Nach zwei Jahren hielten beide Vertragspartner einen Wechsel für sinnvoll. —

Ein Glücksfall für den TV Altlünen im Jahre 2016 war, dass Gino Mandala – in Lünen seit Jahren bekannt als Pizzeria-Besitzer – für sich eine Veränderung suchte. Die Lage am Vogelsberg, die Nähe zum Cappenberger See, die Aussicht auf gute Parkmöglichkeiten und ein im Sommer vor den großen Kastanien nutzbarer „Biergarten“ ließen ihn mit unserem Vorstand einig werden. Seit 2016 ist Gino unser neuer Clubwirt, um unser aller Wohl besorgt. In der „Pizzeria La Taverna“ sind nicht nur wir Mitglieder, sondern auch Gäste willkommen. Seine Speisenkarte ist sehr umfangreich und bietet für jeden Geschmack etwas. Immer freundlich, immer bestrebt, das Clubhaus mit Hilfe seiner Frau schmuckvoll und gemütlich zu gestalten, sind wir glücklich mit ihm und schätzen sein Engagement. Viele Feiern haben gezeigt, dass er sein Handwerk versteht und bestrebt ist, mit seinen Mitarbeitern all´ unsere Wünsche zu erfüllen. Wir fühlen uns wieder wohl in unserem Clubhaus! —-

Nun hoffen wir, dass wir alle in nicht zu weiter Zukunft wieder in einen normalen, geregelten Alltag zurückkehren können; die schlimmen Zeiten bald hinter uns und erfreuliche und interessante Begegnungen vor uns haben! R.GW

Erinnenrungen Teil 2

Altlünen – Nachdem der TV Altlünen vor 14 Tagen an dieser Stelle einen Brief veröffentlicht hat, den der Vereinsvorstand von dem langjährigen TVA-Mitglied Renate Große Wiesmann erhalten hatte – sie erinnerte hier an ein Ereignis vor 22 Jahren – hat sich Große Wiesmann auf Wunsch von Pressewart Dirk Rummel und des gesamten Vorstandes erneut hingesetzt – und wieder einmal in ihren Erinnerungen geforscht. In Teil 2 stellt sie Betrachtungen über die vielen Jahreshauptversammlungen des TVA an – außerdem erinnert sie an all jene, die in Altlünen in den vergangenen 64 Jahren die Ehrenmitgliedschaft verliehen bekommen haben.

Teil 2 der Erinnerungen

Wenn ich in meinen Erinnerungen krame und die Zeit bis ins Jahr 1965 revue passieren lasse, sehe ich jedes Jahr ein ganz wichtiges Treffen. Ich meine die an einem Sonntag – entweder am Ende eines Jahres oder zu Beginn des neuen – stattfindende Jahres-Hauptversammlung. Von dicht gedrängt bis spärlich besucht habe ich unser Clubhaus schon erlebt. Letzteres ist immer schade, können wir doch allein durch unsere Anwesenheit unser Interesse an der Arbeit des Vorstandes deutlich machen. —

Auf einer JHV wird das vergangene Jahr in Form eines Jahresrückblicks durch den 2. Vorsitzenden zurückgespult; sportliche Erfolge der Erwachsenen – und Jugend-mannschaften zeigt der Sportwart auf; Pläne für die kommende Saison werden vom Kassenwart vorgestellt; sein Bericht zeigt auch, wie der gesamte Vorstand gewirtschaftet hat. In festgelegtem Wechsel wird die Besetzung des Vorstandes durch ausscheidende, neu- oder wiedergewählte Mitglieder verändert und – nach einer vorgeschlagenen Entlastung durch einen der Anwesenden (in den letzten Jahren war dies traditionell unser Alterspräsident Dr. Günther Thiemann) – durch die Mitgliederversammlung bestätigt. Eine JHV bietet aber auch eine gute Gelegenheit – allein durch die persönliche Anwesenheit – dem Vorstand für die geleistete Arbeit im abgelaufenen Jahr einmal Respekt zu zollen. Durch Handzeichen oder durch Applaus wird Zustimmung kund getan; Wortmeldungen geben die Möglichkeit, eigene Meinungen oder Einwände oder Vorschläge mitzuteilen und so – indirekt – zum Wohle des Vereins beizutragen. Außerdem gibt die JHV die Möglichkeit, die Verstorbenen mit einer Schweigeminuten zu ehren und ihrer zu gedenken!

Die schönste Aufgabe des Vorstandes bei einer JHV war und ist immer wieder die Ehrung eines Mitgliedes. Wer sich auf seine eigene Art, mit seinen Möglichkeiten und Mitteln, über Jahre hinweg um den Verein verdient gemacht hat, kann laut Satzung zum Ehrenmitglied ernannt werden.

Als man im Jahre 1966 auf Beschluss der JHV die Herren Otto Stalmann, Hermann Krause und Karl Müller zu Ehrenvorsitzenden ernannte, wurde beim Jubiläumsball im Hotel Kreuzkamp – Anlaß war das 10jährige Vereinsjubiläum – diese Urkunde überreicht. Besonders Herrn Bergass. Otto Stalmann, der unseren Verein am 29. Mai 1956 mit 74 weiteren Tennisinteressierten gründete und bis 1964 durch die ersten schwierigen Jahre führte, galt der herzliche und nicht enden wollende Applaus! – Am 10. Januar 1972 erhielten wir die traurige Nachricht, dass Herr Otto Stalmann verstorben sei. Es gibt wohl keinen im TVA, der ihm nicht seither ein ehrendes Andenken bewahrt hat. —

Im gleichen Jahr – im November 1972 – wurde ein weiteres Mitglied unserer Gemeinschaft geehrt. Zuerst als Sportwart, später als 2. Vorsitzender, in den Jahren 1967 / 68 als 1.Vorsitzender, danach wieder im Amt des 2. Vorsitzenden setzte Helmut Gück – wohnhaft in Unna – all´ seine Energie und Zeit für den TVA ein. Als er 1972 in Billmerich bauen wollte, musste er leider seine Vorstandsarbeit aufkündigen. Bei der JHV wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft ausgesprochen und damit seine 14jährige Vorstandsarbeit besonders gewürdigt. — Dass Helmut und seine Frau Kiki in den Jahren 1998 – 2001 weitere 4 Jahre als Vergnügungswarte tätig waren und dem Verein viele schöne Stunden schenkten, bestätigt nur, wie sehr sich das Ehepaar Gück mit dem TVA noch immer verbunden fühlt. —

Helmut Gück ist seit 1972 Ehrenmitglied
im TV Altlünen

Am 26. November 1977 wurden Karl „Kali“ Fabian und Günther Engelke gewürdigt – sie erhielten die Ehrenmitgliedschaft. In seiner Zeit als 1.Vorsitzender in den Jahren 1965 / 66 begründete ´Kali´ seinen Ruf als Mann mit dem grünen Daumen. 400 (!) Grünpflanzen und Sträucher, angelegte Rasenflächen und gesetzte Hecken machten aus unserer Anlage einen großen Garten. Als man sich bei ´Kali´ beschwerte, dass immer öfter der Weg an den Plätzen 3 und 4 vorbei als Abkürzung zum Schwimmbad von fremden Fußgängern und Radfahrern benutzt wurde, setzte er eine ernste Miene auf und beschloss: „Dann setz´ ich eben einen Zaun – gleich hinter dem Kastanienbaum!“ Damit war das Problem für alle Zeiten gelöst! —Am 1. März 1984 erschütterte uns die Nachricht, dass Karl Fabian gestorben war. Wir werden ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.

Als Erinnerung an ´Kali´ war seine Frau Gudrun – für unzählige Spenden und ihre so lange Mitgliedschaft ebenfalls zum Ehrenmitglied gekürt – am 19. April 2003 Patin bei der Pflanzung einer „Fagus sylvatica“ am Parkplatz. Mit Wasser und ´Williams´ begossen und getauft schmückt die „Fabian-Buche“ seitdem unsere Anlage. — Am 4. März 2019, wenige Tage vor ihrem 99. Geburtstag, starb „unsere“ Gudrun nach kurzer, schwerer Erkrankung. Bis kurz vor ihrem Tod war sie noch immer lebhaft am Geschehen in ihrem TVA interessiert und hätte gewiss auch hier ihren 100. Geburtstag gefeiert.

“ Mit Josef ´Bubi´ Falkenstein geht beim TVA ein Stück Geschichte!“ schrieb die Presse im November 2001. 18 Jahre lang war ´Bubi´ Turnierdirektor, ehe er sein Amt in jüngere Hände gab. Unter seiner Regie – und mit Hilfe von Karl-Raimund Meyer – hatte sich das Altlüner Pfingstturnier zu einem über die Grenzen des Landes hinaus bekannten, internationalen Turnier entwickelt und wurde das bestdotierte Damen-Turnier des WTV. Auf der JHV 1998 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft und eine zum 1. Mal offiziell erschienene Vereinschronik überreicht. — Der 3. April 2009 wurde ein sehr trauriger Tag für den TVA, weil die Nachricht von ´Bubi´s Tod alle schockierte. Im Gedächtnis des TVA bleibt sein Name verbunden mit dem Internationalen-Pfingst-Pokal-Turnier und dem Aufstieg der 1. Poensgen-Damen 1986 in die Oberliga, die er als Sportwart begleitet hatte.

Als im Jahre 1998 Peter Kiewitt das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm, konnte niemand ahnen, welche Energie in ihm steckte. Bis ins Jahr 2009 gelangen ihm und seinen Helfern große, weit reichende, positive Veränderungen am Vogelsberg – am Clubhaus wie auch auf der Außenanlage. Er war ein Macher – mit Herz und Seele dabei und packte mit an, wo seine Kenntnisse gefragt waren. Nach 12 Jahren wurde ihm auf der JHV am 28. Februar 2010 die Ehrenmitgliedschaft übertragen und mit ganz viel Applaus und Lob gedankt.

Peter Kiewitt – seit 2010 Ehrenmitglied

Wilfried Hoffmann – beim TVA der Technikwart, ist die gute Seele, das „Mädchen für alles“ – und das schon seit 2007. Wilfried ist immer anwesend, weiß für alle Schwierigkeiten eine Lösung, zuverlässig und bescheiden – und ein Glücksfall für unseren Verein. Bei der JHV im Jahre 2017 wurde auch er mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet und mit einem vielstimmigen “ Danke, Wilfried“! bedacht.

Wilfried Hoffmann wurde 2017 zum
Ehrenmitglied ernannt

Fortsetzung folgt…

Erinnerungen

Altlünen – Vor ein paar Tagen bekam der Vorstand des TV Altlünen einen Brief, mit dem Vorschlag den Inhalt doch auf der vereinseigenen Website zu veröffentlichen. Autorin des Briefes ist TVA-Mitglied Renate Große Wiesmann (Beitragsbild), die auch in der Vergangenheit immer mal wieder Vereinschroniken sowie auch die TVA-Vereinsgeschichte auf dieser Website verfasst hat. Der Vorstand des TV Altlünen fand einstimmig, das diese Geschichte gut in die jetzige Zeit passt.

Erinnerungen…

Immer, wenn ich in diesen Tagen lange Menschenschlangen sehe, läuft in meiner Erinnerung ein Film ab. Und auch die vielen Hilfsangebote von Menschen, die anderen in dieser schweren Zeit beistehen wollen, erinnern mich immer wieder an einen ganz bestimmten Tag – an Sonntag, den 1. März 1998.

Als unser Vereinsmitglied Peter Weiß erfuhr, dass sein guter Freund und Tennispartner an Leukemie erkrankt war, beschlossen er und dessen Freundin eine groß angelegte Hilfsaktion. Aufgerufen durch Presse und Rundfunk wurden potentielle Knochenmarkspender gesucht. Professionelle Hilfe gab es nicht. Die Stefan-Morsch-Stiftung hatte sich nur bereit erklärt, die Blutuntersuchungen durchzuführen. Schon früh strömten am 1. März die Menschen nach Lünen. Schnell wurde klar, dass unser Clubhaus viel zu klein für dieses Unternehmen war. Durch Hilfe des Lehrers Werner Falkner wurde die Realschule zum Aktionsort geöffnet. Stoßstange an Stoßstange krochen die Autos über die Straßen und wurden von einem TVAler zur Schule dirigiert. Zusätzlich zu den 6 Mitarbeitern der Stefan-Morsch-Stiftung halfen Lüner Ärzte, Kranken-schwestern und medizinisches Personal bei der Blutabnahme. In 3 Klassenzimmern arbeiteten 25 Personen ohne Pause, bis gegen Nachmittag die Glasröhrchen ausgingen. Aus Essen und Brambauer wurde Hilfe angefordert; mit Blaulicht bahnte sich danach die Polizei den Weg nach Lünen – 1000 neue Glasröhrchen im Gepäck. Die Zahl der Spendewilligen stieg unaufhaltsam: Zuerst 100, später 500, dann 1000; danach 2300, 3000, 3500! Unsere Gruppe vom TVA gab ebenfalls ihr Bestes: Bergeweise Brötchen, gestiftet durch Bäcker Möllmann; Berge von Aufschnitt, gestiftet durch Fleischerei Scharbaum; Hunderte von Kaffee- oder Teebechern und frisch gebackene Waffeln wurden für die so geduldig in langen Schlangen Wartenden herausgegeben. Gegen 20 Uhr zählte man 4000 Spender, entweder mit einer Blutabgabe oder auch mit einem großzügigen Geldbetrag. An diesem Abend gab es niemanden, der nicht erschöpft war; aber auch jeder war gleichzeitig überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung — Wegen dieser großen Resonanz wurde der kommende Sonntag noch einmal für eine Spendenaktion hinzugenommen – und wieder strömten Hunderte zur Realschule.

Erschüttert und unsagbar traurig mussten wir jedoch nach Wochen erfahren, dass Peters Freund an seiner schweren Krankheit doch verstorben war. Sein Schicksal bleibt für immer verbunden mit echter, ehrlicher Freundschaft, großer Solidarität, Mut und Lebenswillen und einer vorher nicht geahnten Hilfsbereitschaft so vieler Menschen aus Lünen und Umgebung. (Trotz unserer riesengroßen Enttäuschung war diese Hilfsaktion später sicherlich lebensrettend für einen anderen, auch suchenden Erkrankten – vielleicht sogar im Großraum Deutschland)

Und auch in diesen Tagen lesen und hören wir immer wieder, wie groß die Hilfsbereitschaft in Lünen ist, wie viele sich der Schwächeren in unserem Stadtgebiet annehmen. Wenn Hilfe nötig ist, wird unsere kleine Stadt manchmal ganz groß. R.GW