Jubiläums-Serie – Teil 3

1956 – 2016 / Klubjubiläum 60 Jahre TV Altlünen

Teil 3 … mit Dr. Günter Thiemann

Der Tennisverein Altlünen (TVA) feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Klubjubiläum. Grund genug für die Ruhr-Nachrichten, die bewegten sechs Jahrzehnte einmal Revue passieren zu lassen. In einer mehrteiligen Serie kommen Zeitzeugen zu Wort, die den TVA maßgeblich geprägt haben. Den heutigen dritten Teil bestimmt Dr. Günter Thiemann (87).

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Dr. Günter Thiemann (87) – RN-Foto Kellermann

„Medenspiele gab es damals noch nicht!“

Als Dr. Günter Thiemann den Tennisverein Altlünen in den Jahren 1969 bis 1972 vier Jahre lang führte gab es noch keine verbandsorganisierten Medenspiele. „Wir haben vereinsintern jede Menge Matches organisiert, das Ganze in einer schönen freundlich-fairen Atmosphäre. Das hatte was!“, schwärmt der heute 87-Jährige, der sich daran erinnert, dass es Anfang der 70er-Jahre eine lange Warteliste gab – sowohl was das Spielen auf den Courts, als auch den Klubbeitritt als solches anging. „Mit dieser Warteliste sind wir dann Richtung Bürgermeister marschiert, um einen Platzanbau zu beantragen!“, so Thiemann weiter. In seine Amtszeit fiel dann auch die Erweiterung von vier auf sechs Ascheplätze. Im Gespräch betont der Altersvorsitzende immer wieder das enorm hohe Engagement der eigenen Mitglieder, die stets ungefragt tatkräftig zupackten, wo immer auch Hilfe benötigt wurde. „Fast alles, was wir damals realisieren wollten haben wir in Eigenarbeit geschaffen.“ Hier hat sich, so Thiemann, im Vergleich zu damals die Gesellschaft verändert. Auch das Anspruchsdenken sei mittlerweile an anderes.

„Bau der neuen Tribüne machte sich ad hoc bezahlt!“

Der Tennsiverein Altlünen zählt im Jahr 1972 unterdessen 279 Mitglieder. Mit dem Bau der Plätze fünf und sechs (die heutigen Plätze eins und zwei) wurde auch eine Holz-Tribüne errichtet. Zum 15-jährigen Klubjubiläum im Jahre 1971 ludt der TVA zu Pfingsten einmal mehr zahlreiche Tennisvereine aus der Umgebeung zum sportlichen Wettkampf ein. Das hervorragende Wetter wurde nur durch das enorme Zuschauerinteresse getoppt. Der Bau der neuen Tribüne machte sich ad hoc bezahlt. 1972 verlieh Dr. Günter Thiemann den Ehrenvorsitz an Helmut Gück, dessen Name satte 14 Jahre lang in den Vorstandsriegen des Tennisvereins zu finden war.

„1972 – das Jahr der Einbrüche!“

An seine vierjährige Amtszeit hat Dr. Günter Thiemann aber nicht nur gute Erinnerungen, denn: „1972 war das Jahr der Einbrüche! Gleich sieben Mal wurde das Klubhaus am Vogelsberg in diesem Jahr aufgebrochen. Einer der Langfinger war nach seinem ‚Bruch‘ sogar im Klubhaus volltrunken eingeschlafen und wurde früh morgens durch die Polizei geweckt.“ Im selben Jahr verstarb Dr. Otto Stalmann, der Gründer des TV Altlünen. Dr. Günter Thiemann selbst ist noch heute regelmäßiger Gast am Vogelsberg und steht redegewandt und souverän wie eh und je immer wieder als Versammlungsleiter bei der alljährlichen Jahreshauptversammlung des TV Altlünen zur Verfügung.


Protagonistin der nächsten Folge ist Alrun Kleinschnittger…

Jubiläums-Serie – Teil 2

1956 – 2016 / Klubjubiläum 60 Jahre TV Altlünen

Teil 2 … mit Helmut Gück

Der Tennisverein Altlünen (TVA) feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Klubjubiläum. Grund genug für die Ruhr-Nachrichten, die bewegten sechs Jahrzehnte einmal Revue passieren zu lassen. In einer mehrteiligen Serie kommen Zeitzeugen zu Wort, die den TVA maßgeblich geprägt haben. Den heutigen zweiten Teil bestimmt Helmut Gück (83).

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Helmut Gück (83) – RN-Foto Kellermann

„Jede Zeit hat ihren Reiz!“

Im Jahre 1958, also zwei Jahre nach der Klubgründung des TV Altlünen 1956, wurde Helmut Gück Sportwart des renommierten Lüner Tennisvereins. In den Jahren 1967 und ’68 führte der heute 83-Jährige den Klub sogar als Vorsitzender. Vier Jahre später wurde ihm für seine 14-jährige Vorstandsarbeit der Ehrenvorsitz angedient. In dieser Zeit hat der Grandseigneur des TVA jede Menge bewegt und erlebt. Einmal eingetaucht in ein Meer voller Erinnerungen möchte Helmut Gück am liebsten gar nicht mehr an die Oberfläche. „Das war eine so schöne Zeit, die meine Frau Kiki und ich beim TV Altlünen hatten, da will ich keine Sekunde von missen! Dennoch: Jede Zeit für sich hat ihren Reiz.“ So will er heute und damals nicht miteinander vergleichen. Im Gegenteil: Helmut Gück schaut beruhigt und voller Zuversicht auf die Geschicke des heutigen Vorstandes um Klubchef Frank Kittel. „Ich sehe unseren Tennisverein zeitgemäß und zukunftsorientiert aufgestellt!“

„Turniertennis zu Pfingsten gehört einfach zum TVA!“

Besonders freut sich Gück, dass es in diesem Jahr zu Pfingsten wieder Turniertennis gibt. Beim LK-Turnier ‚Tennis gegen Brustkrebs‚ werden vom 13. bis 15. Mai 2016 endlich wieder Senorinnen und Senioren um Punkte und Pokale spielen. Nach dem Aus des Internationalen Altlüner Pfingstpokalturniers vor knapp zehn Jahren hat es das lange nicht mehr gegeben. Gück erinnert sich zurück an das erste Pfingstturnier des TVA im Jahre 1959: „Damals hatte unser Vorstandsmitglied Dieter Heers die Idee, zu Pfingsten ein Freundschaftsturnier auszutragen. Aus dieser Idee ist bekanntlich eine 50-jährige Turniertradition geworden. Diese Zeit hat den TVA geprägt und überregional, ja sogar bundesweit bekannt gemacht. Schließlich wuchs das Altlüner Pfingstturnier mit der Zeit zu einem international erstklassig besetzten und hoch dotierten Preisgeldturnier mit vielen namhaften Siegerinnen und Siegern heran“, betont Gück, der im Sommer 1959 übrigens ebenfalls zu Ehren kam: „Als zweihunderttausendster Besucher des Cappenberger Sees wurde ich einst nichtsahnend mit großem Bohai empfangen“ schmunzelt er. Das Jahr 1959 wartete mit einem derart heißen Sommer auf, dass die Feuerwehr die Plätze am Vogelsberg mit Wasser aus dem Cappenberger See gesprengt hat. Im August 1959 musste das Spiel am Altlüner Vogelsberg wegen monatelanger Dürre sogar kurzfristig eingestellt werden. Bei Zuwiderhandlung drohte das Amt gar mit einer Strafanzeige.

„Über den Tellerrand hinaus schauen!“

Die Jahre 1959 und ’60 waren geprägt von internationalen Austauschreisen. Zum einen reiste der TVA zu einem Freundschaftsturnier ins niederländische Katwijk aan Zee, zum anderen empfing man belgische Tennisenthusiasten aus Turnhout. „Ich finde es ungemein wichtig, über den Vereins-Tellerrand hinaus zu schauen“, betont Helmut Gück. „Diese Auswärtsreisen und Gastbesuche haben uns stets auch neue Impulse für das eigene Vereinsleben gegeben.“


Protagonist der nächsten Folge ist Dr. Günter Thiemann…

Jubiläums-Serie – Teil 1

1956 – 2016 / Klubjubiläum 60 Jahre TV Altlünen

Teil 1 … mit Gudrun Fabian

Der Tennisverein Altlünen (TVA) feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Klubjubiläum. Grund genug für die Ruhr-Nachrichten, die bewegten sechs Jahrzehnte einmal Revue passieren zu lassen. In einer mehrteiligen Serie kommen Zeitzeugen zu Wort, die den TVA maßgeblich geprägt haben. Den heutigen ersten Teil bestimmt Lünens mit 96 Jahren ältestes Tennisvereinsmitglied Gudrun Fabian.

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Gudrun Fabian (96) – RN-Foto Kellermann

„Der TVA ist mein zweites Zuhause!“

Ihr zuzuhören ist spannender als ein gutes Hörspiel, ihr Erinnerungsvermögen ist phänomenal. Gudrun Fabian ist fast ein TVA-Mitglied der ersten Stunde. Zugereist aus Warendorf fanden Gudrun und ihr Mann Karl am Altlüner Vogelsberg sportlich und gesellschaftlich schnell Bindung zum Tennisverein Altlünen, von dem die mittlerweile 96-Jährige heute sagt er sei ihr zweites Zuhause.

Karl Fabian – Mr. Hundert Prozent

Karl Fabian selbst leitete die Geschicke des TVA als Vorsitzender in den Jahren 1965 und `66 und galt nicht nur in dieser Funktion als Verfechter der stets anzustrebenden 100 Prozent. Gudrun Fabian geht sogar noch einen Schritt weiter und sagt „er war ein regelrechter Pingel – aber immer im Sinne der Sache.“ Wehe dem, der den frisch angelegten Rasen betrat. „Noch Jahre später machte das eine oder andere Mitglied aus Respekt vor Karl einen großen Bogen um das Grün, obwohl man es längst betreten konnte“, schmunzelt Gudrun Fabian heute.

Nach Reisen sofort zum Klub, dann erst nach Hause

Unter der Führung von Karl Fabian stieg die Mitgliederzahl im zehnjährigen Jubiläumsjahr auf 217. Er war es auch, der einst Otto Stalmann, den allerersten Vorsitzenden des TV Altlünen, zum Ehrenmitglied ernannte. Stalmann gründete am 29. Mai 1956 mit 74 weiteren Tennisinteressierten den heutigen Familienklub am Vogelsberg. Der Jahresbeitrag damals: 30 Deutsche Mark, Jugendliche wurden bereits für 10 Mark Mitglied. „Wir waren schon damals eine große Familie und sind es auch heute noch“, sagt Fabian, die sich erinnert, dass nahezu alle Mitglieder nach getätigten Reisen nicht selten zunächst zum Vogelsberg fuhren, um nach dem Rechten zu schauen und bekannte Gesichter zu sehen, bevor es heim in die eigenen vier Wände ging. Der Klub bestimmte das Privatleben aller Mitglieder in hohem Maße. Fabian weiß aber auch: „Die Zeiten haben sich geändert. Alles ist schnelllebiger und auch etwas oberflächiger geworden.“ Gudrun Fabian akzeptiert dies, ist gern unter Menschen, liebt das Leben und pflegt ihre Freundschaften intensiv. Sie ist übrigens nicht nur bis heute Mitglied im TVA, sondern auch fester Bestandteil eines vereinsübergreifenden Damenkollektivs namens ‚ACA’. Ladies der Tennisklubs aus Altlünen, Cappenberg und Alstedde treffen sich seit Jahrzehnten wöchentlich zum Tennisspiel, Frühstücken und Klönen. Mittendrin: Gudrun Fabian. Sie hat halt ein Faible für Tradition, Loyalität und Treue. Werte, die sie jüngeren Klubmitgliedern noch heute versucht weiterzugeben. Gudrun Fabian – ohne jeden Zweifel eine Grand Dame der ganz alten Schule.


Protagonist der nächsten Folge ist Helmut Gück…