Turnierchronik – Teil 2

50 Jahre Pfingst-Pokal-Turnier im Rückblick

Vom Nachbarschaftsturnier zum DTB Grand-Prix-Turnier

Von Renate Große Wiesmann – TVA-Mitglied seit 1964


Ab 1990 wurde der Turnierablauf immer professioneller. Der WTV stellte den Oberschiedsrichter Heinz Braasch. Dank der treuen Sponsoren erhielten Damen und Herren in Zukunft das gleiche Preisgeld: Je einen Scheck über DM 3.000,-, Blumen in grün/weiß, einen großen Pokal. Insgesamt konnten DM 15.000,- vergeben werden. Und die Zuschauer waren begeistert von einer neuen, erhöhten  und verlängerten Tribüne vor dem ´Center Court´.

Oberschiedsrichter Heinz Braasch und Turnierdirektor Josef `Bubi` Falkenstein

1991 – die Stadt Lünen feierte ihren 650. Geburtstag – störte  Regen die zahlreichen Vorrundenspiele. Gern halfen uns der TC Cappenberg, Blau-Weiß Alstedde und der Hallenbetreiber an der ´Zwolle Allee´ aus.  Am Pfingstsonntag sahen dann über 1.000 (!) Zuschauer beim 33. Pfingst-Turnier auf  der Holztribüne und auf einer geliehenen Stahltribüne der Stadt sehr spannende Endspiele. Das Gesamtpreisgeld war auf DM 20.000,- gestiegen und Publikumsliebling Karsten Braasch (soeben von einer Ost-Asien-Tour zurück) siegte zum 3. Mal bei den Herren! DM 3.600,-, ein neuer Pokal der Warsteiner Brauerei und ganz viel Beifall waren sein Lohn. Auch Katja Oeljeklaus wusste  zu begeistern und verdiente sich viel Applaus. Im Festzelt hinter der Tribüne wurde danach lange gefeiert!

Siegerehrung

1992 – Von den Entscheidungen bei den Juniorinnen in Paris hing es ab, wie die Besetzung des Hauptfeldes beim TVA aussah. Vor den Ergebnistafeln, mit Computerhilfe immer auf dem neuesten Stand, versuchten sich Tennisinteressierte in der richtigen Aussprache der fremdklingenden Namen. Nach den Vergleichen der insgesamt 106 Gemeldeten aus den höchsten deutschen Spielklassen besiegte die Lettin Una Bushewiza die Rumänin Florentina Curpene in drei Sätzen, der US-Amerikaner Marc Buckley blieb gegen den jungen Gisbert Pauli Sieger.

Ab 1992 gab es Ergebnistafeln mit Computerhilfe

Wieder entschied man sich –1993– für einen neuen Modus! Anlass war das 35. Pfingstturnier. Ab jetzt konnten nur noch eingeladene Damen am Vogelsberg antreten. Ein großartiger Erfolg und eine Bestätigung für die Klasse dieser sportlichen Veranstaltung. „Diese Turnierwoche ist inzwischen besser besetzt als die nationale Deutsche Meisterschaft“, wurde dem TVA bestätigt. Die Qualifikation begann mittwochs, die Hauptrunde freitags, Halbfinals Sonntag 11 Uhr; das Endspiel schließlich um 15 Uhr. Leider gab es für die Siegerin Christina Singer (sie schlug die in Paris ausgeschiedene Marketa Kochta) die kürzeste Ehrung, die es beim TVA je gegeben hatte. Mit dem begehrten Scheck von DM 8.000,-, einem großen Pokal und Blumenstrauß flüchtete sie – und mit ihr alle Zuschauer – vor dem niederprasselnden Regen auf die Terrasse unters Dach und anschließend zum Feiern ins Clubhaus!

Die neue Haupttribüne des TV Altlünen…

In den kommenden Jahren wurde die Liste der eingeladenen Damen länger, die Qualität immer besser. Überraschend siegten oft nicht die bekannten Lokalgrößen der Deutschen Rangliste, sondern sehr starke, von Turnier zu Turnier reisende Studentinnen. Sie sammelten Erfahrung und Preisgelder.

Die geliehene Stahltribüne gegenüber der Haupttribüne…

Und alle – Zuschauer und Aktive – lobten das, was am Vogelsberg im Anschluss an eine spannende Turnierwoche immer garantiert wurde: Familiäre Gemütlichkeit auf der gesamten Anlage und besonders vor den Bierständen unter den zwei großen Kastanien…


Fortsetzung folgt am 15.01.2015…